Der Berater ist zurück: Pechmaries Nullnummer, Lupferjohnnys Sturm auf Rang 2 – und ein Chat, der plötzlich wieder redet
Lupferjohnny holt 25 Punkte in zwei Spieltagen und liegt nur noch 2 Zähler hinter Tim1893, Pechmarie verpasst als einzige Tipperin alle vier Halbfinalisten – und während im Achtelfinale noch gähnende Stille herrschte, meldet sich diesmal die halbe Runde zu Wort
Acht Tage nach der großen Stille des Achtelfinales ist von Schweigen keine Spur mehr. Das Viertelfinale liefert vier Spiele ohne ein einziges Remis und ohne einen einzigen Außenseiter-Sieg – auf dem Papier also der berechenbarste Spieltag seit Langem. Und doch reicht diese Berechenbarkeit aus, um die Tabelle komplett durcheinanderzuwirbeln: Ein Aufsteiger springt drei Plätze nach vorne, eine ehemalige Verfolgerin der Spitze stürzt fünf Ränge ab, und ausgerechnet der bislang wortkargste Spieltag der Chronik wird von einem Bonus-Wochenende abgelöst, an dem plötzlich wieder gestichelt, getwittert und kommentiert wird. Der Kaminzimmer-Berater, von dem diese Redaktion lange nichts mehr gehört hatte, meldet sich mit einem einzigen Satz zurück ins Rampenlicht: null Punkte.
Der Reihe nach.
25 Punkte, Rang 2 – und eine Beschwerde an die Redaktion
13 Punkte im Viertelfinale, 12 Punkte im Halbfinalisten-Bonus, 25 Punkte in Summe – kein anderer Tipper kommt über beide Spieltage gerechnet auch nur in die Nähe dieser Bilanz. Im Viertelfinale reichte es für 2 Treffer bei 4 Spielen, 1 Differenz, 1 Tendenz und – entscheidend – 0 Nieten. Beim Bonus gehörte er zum exklusiven Fünferkreis, der alle vier tatsächlichen Halbfinalisten Frankreich, Spanien, England und Argentinien korrekt benannte.
Die Tabelle registriert das ungewöhnlich deutlich: Von Rang 5 springt Lupferjohnny auf Rang 2, mit 219 Punkten nur noch 2 Zähler hinter Tim1893. Sein Muster ist inzwischen kein Zufall mehr, sondern eine Wiederholung: Schon an Spieltag 13 hatte er mit 18 Punkten den bis dahin besten Einzelspieltag des Achtelfinales abgeliefert. Wer auf gut begründete Favoriten mit realistischen Ergebnissen setzt statt auf Überraschungen zu spekulieren, wird in der K.-o.-Runde offenbar systematisch belohnt.
Der eigentliche Aufreger kam aber nicht von der Tabelle, sondern aus dem Chat. Lupferjohnny, mitten in seinem stärksten Formabschnitt des gesamten Turniers, beschwerte sich über die Berichterstattung dieser Redaktion: „Egal wie man es macht – es ist immer falsch. In der Bundesliga-Saison musste ich mir anhören, ich hätte zu viele Ergebnistreffer und das wäre nur Glück, es würde auf Differenz und Tendenz ankommen – und jetzt ist es auch wieder nicht recht!“ Die Antwort darauf lieferte, unaufgeregt wie immer, C.Rump: Das Tippgeschäft sei halt kein Ponyhof. Diese Redaktion schließt sich der Einschätzung an und notiert lediglich: Wer auf Rang 2 steht und sich über zu viel Aufmerksamkeit beklagt, hat ein Luxusproblem, um das ihn siebzehn andere Tipper beneiden dürften.
Die Nullnummer: Pechmaries Rätsel um den vierten Halbfinalisten
Zwei Akte, ein Absturz. Im Viertelfinale reichte es für solide, aber unauffällige 8 Punkte – 1 Treffer, keine Differenz, 2 Tendenzen, 1 Niete. Während die Spitze zweistellig bis in den hohen Bereich vorlegte, verlor Pechmarie hier bereits den Anschluss. Der eigentliche Bruch folgte im Bonus: 0 von 4 möglichen Halbfinalisten korrekt, 0 Punkte. Als einzige Tipperin der gesamten Runde traf sie keinen einzigen der vier tatsächlichen Halbfinalisten Frankreich, Spanien, England und Argentinien – während fünf Mitspieler das volle Programm abräumten und die große Mehrheit mindestens drei von vier richtig hatte.
Der Kontext macht es bitter: Nach Spieltag 13 stand Pechmarie noch auf Rang 2, nur 2 Punkte hinter Tim1893, auf dem besten Weg, den Titel ernsthaft anzugreifen. Jetzt ist sie auf Rang 7 abgerutscht, mit 208 Punkten und 13 Zählern Rückstand auf die Spitze.
Und diesmal liefert die Redaktion keine Spekulation, sondern Fakten: Pechmarie tippte als ihre vier Halbfinalisten Deutschland, die Niederlande, Belgien – und keinen vierten. Als gebürtige Niederländerin, die seit über 50 Jahren in Deutschland lebt und ihre Urlaube gerne an der belgischen Küste verbringt, ist die Auswahl der ersten drei Namen nachvollziehbar erklärt, ganz ohne Beraterakte: Herzenssache statt Formkurve. Ungeklärt bleibt, warum der vierte Tipp schlicht ausblieb. Aus Protest, weil ein bekannter transatlantischer Immobilienunternehmer Luxemburg nicht als 49. Team ins Turnier telefoniert hat? Weil der Berater erst nach Turnierstart mandatiert wurde und für den Bonus-Spieltag schlicht zu spät kam? Oder hatte besagter Berater doch die Finger im Spiel, und der leere vierte Slot ist sein Beitrag zur Chronik? Die Ermittlungen laufen, ein Ergebnis steht noch aus.
Prompt reagierte Joki1327 und postete in Richtung Pechmarie den unaufgeforderten Rat, den Berater endlich zu feuern. Ganz uneigennützig dürfte das nicht sein: Nach dem katastrophalen letzten Platz in der vergangenen f&f-KicktippMeisterschaft steht der Verdacht im Raum, dass Joki1327 den Berater nach dessen Entlassung selbst unter Vertrag nehmen möchte – für die kommende Saison, versteht sich. Das Kaminzimmer bleibt vorerst unbesetzt. Bewerbungen, so viel darf verraten werden, werden entgegengenommen.
Ohne Lärm auf Rang 4: Blutgrätsches doppelter Punktecoup
Kein Spektakel, aber auch kein einziger Ausrutscher: 11 Punkte im Viertelfinale (1 Treffer, 1 Differenz, 2 Tendenzen, 0 Nieten), gefolgt von 12 Punkten im Bonus – alle vier Halbfinalisten korrekt. In Summe 23 Punkte, nur von Lupferjohnny übertroffen.
Der tabellarische Effekt: von Rang 7 auf Rang 4, mit 214 Punkten gleichauf mit Felix, der über beide Spieltage ebenfalls solide 11 und 9 Punkte sammelte. Blutgrätsche zeigt damit ein Profil, das sich im Spielbetrieb konsequent fehlerfrei hält und beim strategischen Bonus zusätzlich punktet – Sicherheit und Weitblick in einer Person, ohne dass es jemals nach Drama aussieht.
Drei Nieten im Viertelfinale, drei Richtige im Bonus: Jans bekanntes Paradox
Ein Treffer, aber drei Nieten bei vier Spielen: Mit nur 4 Punkten ist Jan das Schlusslicht des Viertelfinales – in einem Spieltag, an dem die große Mehrheit der Runde ganz ohne Niete durchkam. Der Bonus fällt versöhnlicher aus: 9 Punkte, 3 von 4 Halbfinalisten korrekt. Es ist dasselbe Muster, das diese Redaktion bei Jan bereits zur Gruppenphase unter eigener Schlagzeile führte: den großen Turnierüberblick behält er zuverlässig, an den konkreten Einzelergebnissen scheitert er ebenso zuverlässig.
Mit 173 Gesamtpunkten teilt er sich Rang 17 mit Rainer – 48 Punkte hinter der Spitze. Die Rote Laterne war lange fest in Jans Hand: Seit Spieltag 5 hielt er sie nahezu ununterbrochen, erst an Spieltag 13 übernahm ausnahmsweise Rainer den letzten Platz. Jetzt haben beide sich wieder eingeholt – vier Hände tragen die Laterne gemeinsam. Für beide geht es in den verbleibenden Spieltagen um die persönliche Ehre, nicht mehr um den Titel.
Randnotiz: Machihn – und ein Wiedersehen mit Carmen
Zweitbester Einzelwert im Viertelfinale unter allen Spitzenleuten – 12 Punkte, nur von Lupferjohnnys 13 übertroffen – und trotzdem ein Rückschritt in der Tabelle. Der Bonus fiel mit 6 Punkten (2 von 4 Halbfinalisten) deutlich unter das Feldniveau aus, und so fällt der Titelverteidiger von Rang 4 auf Rang 6 zurück, mit 212 Punkten. Der Excel-Analyst beherrscht weiterhin das einzelne Spiel meisterhaft – die große Turnierlinie bereitet ihm in dieser Phase spürbar mehr Mühe. Bei noch vier ausstehenden Spieltagen und 9 Punkten Rückstand auf die Spitze kann er die Titelverteidigung damit realistisch gesehen eigentlich schon beerdigen.
Die zweite Person mit diesen 12 Punkten war Carmen – und das ist Anlass für einen Blick zurück. Zur Erinnerung: An Spieltag 3 hatte Carmen mit der „Großen Carmen-Gala“ für den historischen Ausreißer des bisherigen Turniers gesorgt, 23 Punkte an einem einzigen Spieltag, und stand danach mit 41 Gesamtpunkten in unmittelbarer Reichweite der Tabellenspitze, direkt hinter Machihn. Von diesem Platz in der ersten Reihe ist sie inzwischen ein gutes Stück entfernt: Rang 9, 202 Punkte, stabiles oberes Mittelfeld, aber 19 Punkte hinter der Spitze. Kein Absturz, eher ein langsames Verwässern eines einst spektakulären Vorsprungs – der Viertelfinal-Wert von 12 Punkten zeigt immerhin, dass die Form von damals nicht komplett verschwunden ist.
Das Titelrennen wird eng
Tim1893 bleibt Tabellenführer, aber der Vorsprung schmilzt dramatisch. Nach Spieltag 13 hatte er das Feld scheinbar noch im Griff – zwar nur 2 Punkte vor Pechmarie (und er ahnte den Beraterskandal) , aber noch 5 Punkte vor Joki1327. Jetzt trennen ihn von Lupferjohnny nur noch 2 Punkte, von Joki1327 3 Punkte. Mit 10 Punkten im Viertelfinale und 9 im Bonus bleibt Tim1893 seinem bekannten Profil treu: solide, beständig, ohne Ausreißer in beide Richtungen – aber genau diese Konstanz gerät unter Druck, seit zwei Verfolger bewiesen haben, dass sie in Hochdruck-Spieltagen die volle Punktzahl abrufen können. Vor dem Halbfinale ist das Titelrennen so offen wie seit Turnierbeginn nicht mehr. 4 Spiele stehen noch aus. Das heißt maximal 16 Punkte und mögliche 2x 3 Bonuspunkte für die richtigen Tipps auf den Weltmeister und das Team welches den Torschützenkönig stellt, sind noch zu holen. Die Spannung steigt ins Unermessliche … und wir bleiben dran!

